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Autor: Renate B
Datum: 25. May 2003

FALLSCHIRMSPRINGEN AUS DER PINK

"Bist du jetzt total übergeschnappt?" Das war der erste Kommentar meiner Freunde, als ich ihnen eröffnete, dass ich den "Sprung aus den Wolken" life erleben möchte.

Aber ich hatte mir ganz fest in den Kopf gesetzt, selbst auch einmal aus dem rosafarbenen Flieger mit der großen Heckklappe zu springen.

Bei strahlendem Sonnenschein möchte ich in Trieben im Paltenbachtal einen Versuch wagen. Tandemmaster Andi erklärt mir kurz, was ich selber zu machen habe und worauf ich achten muss. Dann drückt er mir eine Sprungkombi, Helm und Handschuhe in die Hand. Für meine Augengläser bekomme ich eine übergroße Schutzbrille, die total dicht anliegt. Das Gurtzeug wird sehr streng angezogen und das Gehen damit ist eine eigene Angelegenheit: Man watschelt fast wie eine Ente. Danach wiederholten wir nochmals die Kommandos. Gerade als wir damit fertig sind, ist auch die PINKI wieder startbereit und wir laufen zum Flugzeug. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, durch die Heckklappe in den Flieger zu klettern. Jetzt wird mir doch etwas flau im Magen. Aber jetzt ist es eindeutig zu spät!

Das Flugzeug hat bereits das Ende der Startpiste erreicht und zieht über die bewaldeten Berghänge in die Höhe. Ich habe einen Sitz neben dem Fenster und wage einen Blick in die Tiefe: Die Landschaft unter uns wird immer kleiner. Der Flieger zieht ruhig in die Höhe. In etwa +3500 m stehen wir auf. Andi schnallt uns zusammen und sichert mich. Nun wird auch die Heckklappe geöffnet. In ca 4200 m Höhe verlassen die anderen Springer das Flugzeug. Wir sind die Letzten. Nur noch ein paar Schritte trennen uns vom Abgrund!

Ich habe Angst! "Sinnlos" sage ich mir - Andi ist schon so oft heil wieder unten angekommen - also was soll’s! Außerdem habe ich mir ja selber eingebildet, daß ich unbedingt "aus den Wolken springen" möchte! Zwei Schritte noch - Augen zu! Den Ausstieg im Rückwärts-Salto krieg ich gar nicht so richtig mit. Wider Erwarten ist der freie Fall ein sehr angenehmes Gefühl!

Ich kann die Landschaft unter mir genau erkennen. Jetzt wird mir erst wirklich bewusst mit welcher Geschwindigkeit wir nach unten rasen: 200 km/h!!!

Trotzdem ist es ein herrliches Feeling, frei wie ein Vogel durch die Luft zu fliegen!

In ca. 1.700 m Höhe gibt Andi mir ein Zeichen, dass nun der Schirm geöffnet wird. Danach drückt er mir die Steuerleinen in die Hand. Langsam und majestätisch schweben wir am übergroßen Schirm der Erde entgegen. Ich genieße den Ausblick! Unter uns der Gaishorner See erscheint wie eine kleine Regenpfütze! Es herrscht herrliche Fernsicht und wir genießen die wilde Romantik des Gesäuses und der verschneiten Ostalpen! Andi zieht eine weite Schlaufe. Auf sein Kommando setzen wir zur Landung an. Ehe ich mich versehe sitze ich auch schon auf dem Boden und Andi landet stehend hinter mir. Die Schirmfahrt war mir VIEEEEL zu kurz!!!

Ich bin so beeindruckt, dass ich am liebsten nochmals in den Flieger steigen würde!

Von Angst keine Spur mehr - Tandemspringen ist der totale Genuß! Leider ist es heute schon zu spät für einen zweiten Sprung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wenn die PINK wieder in Trieben ist, werde ich sicher wieder hier sein und vielleicht auch eine Ballonfahrt unternehmen.

Auf der Heimfahrt genieße ich noch die schöne Landschaft und lasse alles in mir nachwirken.

Ein wunderschöner Ausflug mit einigen völlig neuen Erfahrungen.

R.B.

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