Autor: wuziDatum: 2. Dec 2008
Die Geschichte des Fallschirmes Lange bevor es dem Menschen gelang seine Sehnsucht nach der Höhe zu stillen und die Lüfte zu bezwingen, beginnt die Geschichte Fallschirmes. Nicht genau beweisbare Geschichten aus China erzählen Anfänge auf den Beginn des 14.Jahrhunderts. Wirklich historischer Wert ist ihnen aber nicht beizumessen. Leonardo da Vinci Als eigentlicher Erfinder des Fallschirmes gilt deshalb übereinstimmend der Techniker und Maler Leonardo da Vinci. Im Werk "Saggio delle opere di Leonardo da Vinci" befindet sich die Abbildung und Beschreibung seines Fallschirmes. Die Erfindung stammt aus dem Jahr 1495. Er schrieb: "Wenn sich ein Mensch mit einer Kuppel aus Stoff ausrüstet, die auf einen Rahmen gespannt ist, von dem jede Seite 12 Ellen Länge hätte und die ebenfalls 12 Ellen Höhe hätte, könnte er ohne Gefahr von jeder Höhe herunterspringen". Aber er selbst sprang nicht und es traute sich wohl auch sonst niemand, denn es vergeht über ein Jahrhundert, ehe wir auf das nächste Fallschirmprojekt stossen, das aber dann auch zugleich vom Erfinder auf seine Verwendbarkeit hin erprobt wird und diese Probe voll besteht. Fausto Vernio, ungarischer Abstammung war in Venedig geboren und verbrachte auch den grössten Teil seines Lebens dort. Im Jahr 1617 veröffentlichte er eine Arbeit in der sich sowohl eine Abbildung seines fliegenden Menschen ("Homovolons") als auch eine Beschreibung des Fallschirmes befindet.Veranzio stellte damals schon fest, dass der Fallschirm erst nach einer gewissen Zeit soviel Luft unter sich verdichtet, das der Mensch mit einer gefahrlosen Geschwindigkeit zum Erdboden gelangt und dass mit zunehmenden Gewicht des fallenden Körpers sich auch die tragende Fläche des Fallschirmes im Verhältnis vergrössern müssen. Aufgrund seiner Schilderungen wird angenommen, dass er 1617 von einem Glockenturm in Venedig mit seinem Fallschirm abgesprungen ist. Obwohl dieser Sprung glücklich verlief, verging wieder über ein Jahrhundert, bis die Idee des Fallschirmes von den Franzosen Joseph Montgolfier (der später den Heissluftballon erfand) und Sebastian Lenormand wieder aufgegriffen wurde. Montgolfier stürzte sich 1777 vom Dach seines Hauses in Annonay gestützt auf seine Berechnungen über den Widerstand der Luft und durch kleinere Vorversuche von der Richtigkeit seines Vorhabens überzeugte. Das Experiment glückte. Allerdings waren seine Frau und Eltern darüber so entsetzt, dass er schwören musste, es nicht zu wiederholen. Nach zwei Jahren nahm er die Versuche wieder auf diesmal jedoch mit Tieren, z.B.mit einem Hammel, den er vom Turm des Papstpalastes in Avignon (35 m hoch) mehrfach erfolgreich "absetzte". Im Jahr 1783 experimentierte der Physiker Sebastian Lenormand in Montpellier mit Fallschirmen von dem uns eine genaue Beschreibung erhalten ist. Ein 2 m hoher Leinwandkegel mit 4,5 m Durchmesser bildete die Kappe. Um den Stoff luftdicht zu machen beklebte Lenormand ihn von innen mit Gummi. 32 Schnüre hielten einen Rahmen aus Weidenholz, in dem der Erfinder dann selbst beim Absprung vom Observatorium in Montpellier sass.
Jump to: Die Geschichte des Fallschirmes Erfindung des Heissluftballons Die Gebrüder Garnerin Die Anregung des Astronomen Der Konstrukteur Heinecke 1914, der bedeutende "Meilenstein" Der Fallschirm als Rettungsgerät Der Sportgedanke kam auf.
Sub Seiten: Anmelden Dein Sprung Tandem Infos Warum mit uns?
Newsletter:
sdfsdfsdf
Erfindung des Heissluftballons Mit der Erfindung des Heissluftballons trat die Entwicklung des Fallschirmes in ein neues Stadium. Nicht mehr Häuser, Bäume oder Türme dienten als Absprungmöglichkeit, sondern Ballone in weitaus grösseren Höhen. Der Franzose Jean-Pierre Blanchard beginnt die Reihe dieser Männer. Er verbaut seinen Gasballon mit einem 7 m im Durchmesser betragenden Fallschirm, der ihn im Notfall gefahrlos zur Erde bringen sollte. Der Schirm hatte in der Mitte einen Stiel, der bis in die Gondel reichte. Um seine Aufstiege attraktiver zu machen, liess er zunächst Tiere an kleinen Fallschirmen hinunter, so z.B.auch am 3.Oktober 1785 in Frankfurt einen Hund. Kurze Zeit später, am 21.November 1785 erwies sich sein Fallschirm als wirkliches Rettungsmittel. Offenbar war in seinem Ballon ein Überdruck entstanden, er zerstach die Hülle und rettete sich mit seinem Fallschirm. Die erste Fallschirmrettung aus Luftnot.
Die Gebrüder Garnerin Eine bedeutende, wenn nicht sogar die bedeutendste Rolle in der Geschichte des Fallschirmes spielen die Gebrüder Garnerin. Insbesondere der jüngere Andrι Jacques. Er verwandte viel Kraft und Geschicklichkeit an die Konstruktionen eines Fallschirmes, mit dem er einen Absprung vom Ballon aus 1000 m Höhe auszuführen gedachte. Nach der missglückten Probe im Juni (Riss in der Ballonhülle am Boden), einer Anklage wegen Betruges und fieberhafter Tätigkeit wegen der nahenden Gerichtsverhandlung, stieg er endlich am historischen 22.Oktober 1797 um 17.28 Uhr nachmittags im Park von Monceon (Paris) auf. Sein Fallschirm hatte keine starre Basis, die Entfaltung vor dem Gebrauch sicherte, wie es für Sprünge von Häusern, Türmen usw.notwendig ist, sondern die Kappe hing schlaff unter seinem Ballon. In 700 m Höhe kappte Garnerin die Verbindung zum Ballon (der unmittelbar darauf zerplatzte, da er zu sehr gefüllt war) und fiel in rasender Geschwindigkeit zur Erde. Die zahlreichen Zuschauer stiessen bereits gellende Schreckensrufe aus, aber die Kappe entfaltete sich und die Geschwindigkeit nahm zusehends ab. Da in der Mitte der Kappe (Scheitel) noch keine Öffnung war, suchte sich die verdichtete Luft am Rande eine Ausweg. So pendelte Garnerin in seiner Gondel hin und her, landete jedoch heil auf der Erde und wurde im Triumph in die Stadt gebracht. Der erste Fallschirmabsprung in der Geschichte war vollbracht. Heute kündet davon noch ein verrostetes Schild "Alιc Garnerin" in Paris.
Die Anregung des Astronomen Auf Anregung des Astronomen Lalande brachte Garnerin fünf Jahre später eine Scheitelöfnung am Fallschirm an. Die gefährlichen Pendlungen, die manchmal fast 90° betrugen, hörten auf. Jacques Binder, Jean Batiste Olivier reduzierten das Gewicht des Fallschirms von 120 auf 12 kg und brachen es dabei sogar fertig den Durchmesser von 9 auf 12 m zu vergrössern. Der Bann war gebrochen, Fallschirmspringen zur Befriedigung der menschlichen Schaulust und Sensationsgier (ein starker Hauch davon haftet ihm heute noch an) verbreitete sich über Europa. Man führte Schausprünge auf Volksfesten durch, aber schon damals wie heute war es nötig das Programm immer mehr auf die Spitze zu treiben, um die Leute ununterbrochen in Atem zu halten. Stets neue Schauer jagte man ihnen den Rücken hinunter, durch Sprünge ins oder vom brennenden Ballon. Trapezkünstler führten während des Sinkens akrobatische Stücke auf einer Stange durch, die anstelle eines Gurtzeuges da war. Jetzt fingen auch die ersten Frauen an zu springen. Die Nichte Garnerins, die schöne Elisa, sprang an die vierzig mal unter den originellsten Bedingungen und aus den verschiedensten Höhen. Nach den sehr vielversprechenden Anfängen erscheint uns das 19.Jahrhundert ziemlich unheilvoll in der Geschichte des Fallschirms und zwar aufgrund von tragischen Versuchen mit Geräten verschiedenster Art, die wohl recht originell waren, aber auf keiner wissenschaftlichen Basis erfunden wurden. So konstruierte z.B.1837 der Engländer Cocking der Garnerin gesehen hatte einen Schirm, der wie ein vom Sturm umgeklappter Regenschirm aussah, der Scheitel war also unten. Er glaubte damit eine wesentliche Verbesserung zu erreichen und schlug alle wohlgemeinten Warnungen in den Wind. Am 27.Juli 1837 sprang er aus 2000 m Höhe und dieser Schirm tat etwas für uns heute selbstverständliches er schloss sich durch den Luftdruck völlig Cocking stürzte zu Tode. Weitere tödliche Unfälle schockierten die Zuschauer. Aber die Entwicklung des Fallschirmes ging weiter. Als bedeutendste Frau in der Geschichte des Fallschirmes kann wohl die Deutsche Käthe Paulus, die um 1890 ihren ersten Fallschirmabsprung machte, gelten. Sie war die erste, die auf die umwälzende Idee kam, den Schirm zusammenzupacken. Sie faltete die Bahnen sorgfältig, zog sie in eine schlauchartige Packhülle ein und rollte das ganze zusammen, diese Rolle wurde durch einen Gummiring gehalten. Die Fangleinen legte sie bündelweise und durch Papierzwischenlagen vor dem Verwirren geschützt, in Schlaufen ein. Beim Absprung wurden zunächst die Fangleinen herausgezogen und dann die Kappe. Käthe Paulus beherrschte schon um die Jahrhundertwende die Technik des doppelten Absprunges. Sie sprang aus ca.1200 m von einem Ballon ab, öffnete den ersten Schirm, warf ihn wieder ab und öffnete kurz darauf den zweiten Schirm. Ein Leckerbissen für die Zuschauer. Noch zu ihrer aktiven Zeit am 1.Mai sprang der Amerikaner Albrecht Berry als erster Mensch aus einem Flugzeug, einem Doppeldecker, ab. Der Fallschirm befand sich in einem Metallkasten unter der Tragfläche. Im August 1913 machte es der Franzose Rejoud besonders originell. Genau wie Berry hatte er grosse Schwierigkeiten, einen Piloten zu finden. So flog er selbst, öffnete den Schirm im Flugzeug und liess sich von ihm herausziehen. Das Flugzeug stürzte anschliessend ab. Diese etwas unwirtschaftliche Art des Absprunges wird noch öfter praktiziert.
Der Konstrukteur Heinecke Dem deutschen Konstrukteur Heinecke gelang es ein letztes Hauptproblem zu lösen. Bei ettungsabsprüngen aus Flugzeugen war die Gefahr sehr gross, dass sich die Kappe am Flugzeug verfing, da der Fallschirm direkt am Flugzeug befestigt war und sofort nach dem Verlassen der Kappe zum Notsprung aufging. Es kam also darauf an, eine Konstruktion zu finden, die es ermöglichte nicht den verpackten Fallschirm zunächst das Luftfahrzeug zu verlassen und die Öffnung des Schirms erst dann zu verursachen, wenn dieser sich ausserhalb der Flugzeugs befand. Heinecke glückte es auf überraschend einfache Weise. Seine Verpackung wurde nicht am Flugzeug, sondern am Körper des Piloten befestigt. Eine einfache Leine heute Aufziehleine genannt zog nach genügend langem Fall den Fallschirm aus der Verpackung und er konnte sich dann gefahrlos öffnen. Da im Gegensatz zu den Rettungsabsprüngen aus Fesselballonen bei einem Absprung aus einem Flugzeug bereits ein relativ grosse Geschwindigkeit vorhanden ist, konstruierte Heinecke auch ein spezielles Gurtzeug, das jedes Einschnüren in den Körper ausschloss. Das Prinzip des Heinecke-Fallschirmes wird heute noch angewandt.
1914, der bedeutende "Meilenstein" Im Jahr 1914 setzte der Amerikaner Leslie L.Irvin einen weiteren bedeutenden "Meilenstein" in der Fallschirmgeschichte. Am 28.April sprang er in Mc.Cook Field/Ohio aus etwa 500 m Höhe aus einem Doppeldecker und liess sich frei durch die Luft fallen ohne noch mit dem Flugzeug verbunden zu sein. Erst kurz darauf öffnete er selbst seinen Fallschirm. Der erste Freifallsprung in der Geschichte war geschehen, ein ungeheures Wagnis, das wir heute kaum noch richtig einschätzen können und zu dem ein enormer Mut nötig war. Man war damals allgemein der Ansicht "ein Mensch im Freien Fall müsse unweigerlich das Bewusstsein verlieren".
Der Fallschirm als Rettungsgerät Irvin bewies das Gegenteil. Der Siegeszug des Fallschirmes als Rettungsgerät begann damit. Charles Lindbergh verdankte ihm viermal sein Leben. Richard Kohnke, der Vater des deutschen Fallschirmsportes sprang 1930 aus 7800 m Höhe ab und absolvierte einen Freifall von 142 Sekunden Dauer. Er stellte schon damals fest, dass die Fallrichtung durch das Einnehmen verschiedener Körperhaltungen beeinflusst werden kann.
Der Sportgedanke kam auf. Die ersten Fallschirmsportspringer wetteiferten bereits in den zwanziger Jahren um eine möglichst gute Ziellandung. Durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen ging diese Entwicklung Ende der vierziger Jahre beschleunigt weiter. Überall in Europa und Amerika bildeten sich die ersten Fallschirmclubs. Man stellte die ersten Regeln auf und veranstaltete Wettbewerbe. Der Fallschirmsport war geboren.
print top